INFOS FÜR MIETER:INNEN
Im Berliner Bündnis gegen Vonovia und Co unterstützen wir uns gegenseitig, indem wir Erfahrungen im Umgang mit unserem Vermieter austauschen. Denn egal ob in Zehlendorf, Neukölln, Pankow oder Marzahn: Die fiesen Tricks sind häufig die gleichen!
Hier findet ihr Informationen dazu, wie ihr euch gegen einige der häufigsten Probleme mit Vonovia und Co wehren könnt:

Mieterhöhungen
Viele Mieterhöhungen von Vonovia und Co verstoßen gegen geltendes Recht. So hat der Immobilienkonzern seit Sommer 2024 zehntausende Mieterhöhungen in Berlin verschickt, die mit dem neuen Mietspiegel begründet wurden. Als Merkmale, die den Wohnwert erhöhen sollen, wurden dabei immer wieder eine “gute ÖPNV-Anbindung” und eine “gute Nahversorgung” genannt - obwohl diese gar nicht im Mietspiegel stehen.
Im Klartext: Vonovia hat massenhaft Fantasie-Merkmale erfunden, um die Mieten um jeden Preis zu erhöhen! Zum Glück haben sich viele Mieter:innen dagegen gewehrt und den Mieterhöhungen widersprochen. Die Berliner Amtsgerichte haben in allen bekannten Fällen geurteilt, dass diese Mieterhöhungen nicht zulässig sind.
Nach massivem Protest hat Vonovia im November 2025 erklärt, auf die illegalen Mieterhöhungen vorerst zu verzichten und noch laufende Verfahren einzustellen. Alle Mieter:innen, die den falschen Erhöhungen bereits zugestimmt hatten, sollen jedoch weiter zahlen. Das Berliner Bündnis gegen Vonovia und Co fordert, dass Vonovia ALLE Mieterhöhungen wegen Fantasie-Merkmalen zurücknimmt.
Das könnt ihr als Mieter:innen tun, wenn ihr eine Mieterhöhung bekommt:
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Tretet in einen Mieterverein ein (zum Beispiel in den Berliner Mieterverein) und nehmt die Mietrechtsberatung für Mitglieder in Anspruch. Mitglieder im Berliner Mieterverein haben ab drei Monaten nach Eintritt eine Rechtsschutzversicherung und können im Falle von Auseinandersetzungen mit dem Vermieter zur Not auch vor Gericht gehen.
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Nutzt die kostenlosen Mieterberatungen der Berliner Bezirke
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Überprüft die Mieterhöhung selbst mit der Online-Abfrage des Berliner Senats
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Überprüft mit dem Mietencheck von Deutsche Wohnen & Co enteignen, ob eure Miethöhe gegen die Mietpreisbremse verstößt
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Sprecht bei Unstimmigkeiten mit Euren Nachbar:innen, um zu prüfen, ob noch mehr Mieter:innen in Eurem Wohngebiet betroffen sind - denn gemeinsam lässt sich viel effektiver Druck auf Vonovia aufbauen!
Weitere Informationen:
Hilfe zur Selbsthilfe erhalten Ihr zudem in unserem Bündnis. Wir bieten gerne Schulungen an und geben unsere Erfahrungen weiter, wie man sich gegen Mieterhöhungen wehren kann.

Steigende Betriebs- und Heizkosten
Die kalten Betriebskosten sind bei Vonovia in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Und die Heizkosten sind 2022 explodiert: Mieter:innen in Mariendorf-Ost oder am Tempelhofer Damm sollten in manchen Fällen 6.000 Euro nachzahlen - obwohl sie weniger geheizt hatten als im Vorjahr! Mietinitiativen werfen Vonovia vor, durch Dienstleistungen von Tochterfirmen illegale Gewinne mit Nebenkosten zu machen. Besonders berüchtigt ist das sogenannte “Wärmecontracting”: Dabei kauft Vonovia die Heizenergie von einem Energielieferanten, an dem der Konzern in der Regel selbst die Mehrheit der Anteile hält. Im Winter 2023/24 musste der Wärmezulieferer G+D in Berlin nach Protest von Mietinitiativen in mindestens vier Fällen “Rechenfehler” bei den Heizkosten zugeben - die in einem Fall dazu führte, dass die Rechnung um 800.000 Euro nach unten korrigiert wurde. Es steht der Verdacht im Raum, dass diese “Fehler” System haben.
Mietinitiativen wehren sich gegen steigende Betriebs- und Heizkosten, indem sie gemeinschaftlich Widerspruch einlegen und vom Vermieter alle Belege zur Betriebs- und Heizkostenabrechnung fordern. Teilweise nutzen die Mieter:innen auch ihr Zurückbehaltungsrecht und verweigern die Zahlung von Nachforderungen, bis der Vermieter alle Belege geliefert hat. In manchen Fällen hat Vonovia dies bis heute nicht getan, sodass die Mieter:innen sich noch immer im “Heizkostenstreik” befinden.
Das Berliner Bündnis gegen Vonovia und Co empfiehlt, Betriebs- und Heizkostenabrechnungen sorgfältig zu überprüfen, bevor eine geforderte Nachzahlung geleistet wird.
Das könnt Ihr als Mieter:innen gegen hohe Betriebskosten tun:
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Tretet in einen Mieterverein ein (zum Beispiel in den Berliner Mieterverein) und nehmt die kostenlose Mietrechtsberatung für Mitglieder in Anspruch. Mitglieder im Berliner Mieterverein haben ab drei Monaten nach Eintritt eine Rechtsschutzversicherung und können im Falle von Auseinandersetzungen mit dem Vermieter zur Not auch vor Gericht gehen.
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Nutzt die kostenlosen Mieterberatungen der Berliner Bezirke
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Vergleicht Eure Betriebs- und Heizkosten mit dem Berliner Betriebskostenspiegel, um zu überprüfen ob diese deutlich überhöht sind
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Fordert im Falle überdurchschnittlicher oder stark gestiegener Kosten oder bei sonstigen Unstimmigkeiten alle Belege für die entsprechenden Kostenpositionen an. Musterschreiben findet Ihr z.B. auf der Website des Berliner Mietervereins.
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Sprecht bei Unstimmigkeiten mit Euren Nachbar:innen. Widersprüche gegen Betriebskosten können auch als koordinierter Massenwiderspruch eingelegt werden. Je mehr Nachbar:innen mitmachen, desto größer der Druck auf Vonovia!
Weitere Informationen:
Die Initiativen aus unserem Bündnis geben gerne ihre Erfahrungen weiter, wie sie sich erfolgreich gegen den Heizkosten-Wahnsinn von Vonovia und Co gewehrt haben.

Wohnungsmängel
Fahrstuhl defekt? Heizung kaputt? Undichte Fenster? Schimmel in der Wohnung? Viele Mieter:innen kennen diese Probleme. Und sie haben System: Immobilienkonzerne wie Vonovia und Co investieren deutlich weniger Geld in Instandhaltung als zum Beispiel Genossenschaften oder landeseigene Wohnungsunternehmen. Auf diese Weise steigern sie ihre Profite - häufig auf Kosten der Mieter:innen.
Doch die Mieter:innen müssen sich dies nicht bieten lassen - denn sie haben ein Anrecht auf einen mangelfreien Zustand ihrer Wohnung. Wird ein Mangel dem Vermieter angezeigt, muss er diesen innerhalb einer angemessenen Frist beseitigen. Wenn der Vermieter dies unterlässt, können Mieter:innen sogar auf Beseitigung der Mängel klagen - und in manchen Fällen auch die Miete mindern.
Das Berliner Bündnis gegen Vonovia und Co empfiehlt deshalb, bei Mängeln in der Wohnung oder im Haus die bestehenden Mietrechte konsequent einzufordern.
Das könnt Ihr als Mieter:innen tun, um Euch gegen Mängel zu wehren:
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Tretet in in einen Mieterverein ein (zum Beispiel in den Berliner Mieterverein) und nehmt die kostenlose Mietrechtsberatung für Mitglieder in Anspruch. Mitglieder im Berliner Mieterverein haben ab drei Monaten nach Eintritt eine Rechtsschutzversicherung und können im Falle von Auseinandersetzungen mit dem Vermieter zur Not auch vor Gericht gehen.
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Nutzt die kostenlosen Mieterberatungen der Berliner Bezirke.
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Meldet Mängel schriftlich Eurem Vermieter, fordert ihn zur Beseitigung innerhalb einer Frist von zwei Wochen auf und kündigt an, die Miete nur noch unter Vorbehalt zu zahlen. Tipps und Musterschreiben findet Ihr zum Beispiel auf der Website des Berliner Mietervereins.
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Sprecht bei größeren Mängeln, die viele Mieter:innen im Haus betreffen, mit Euren Nachbar:innen und organisiert eine gemeinsame Mängelaktion. Mängelanzeigen können auch koordiniert an den Vermieter gesendet werden. Dies macht erfahrungsgemäß mehr Eindruck!
Weitere Informationen:
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Infoblatt des Berliner Mietervereins: “Wohnungsmängel - wann darf die Miete gemindert werden?”
